Pressemitteilung vom 27.01.2014

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1. Deutscher Pflegetag geht erfolgreich zu Ende

„Der 1. Deutsche Pflegetag war ein voller Erfolg“, zieht Andreas Westerfellhaus als Präsident des Deutschen Pflegerates und Mitinitiator ein Fazit der jetzt in Berlin zu Ende gegangen Veranstaltung mit über 1.500 Teilnehmern. „Unsere Botschaften sind angekommen. Ohne professionell Pflegende ist eine pflegerische Versorgung der Menschen in unserer Gesellschaft nicht zu leisten, und diese wollen gehört und einbezogen werden. Sie auszublenden wäre fahrlässig. Wir sind nicht ersetzbar.“

An Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe – der den Deutschen Pflegetag eröffnete – gewandt, sagte Westerfellhaus: „Gehen Sie den Weg gemeinsam mit der Berufsgruppe und nicht über diese hinweg. Suchen Sie den direkten Weg zu uns“. Der Politik rief Westerfellhaus mit Blick auf den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff weiter zu, „endlich einmal den Mut zu haben, etwas zu beginnen“. Dabei sollten zuerst die Leistungen bestimmt und dann die Geldfrage geklärt werden.

Westerfellhaus sieht „jede Reform im Ansatz verpuffen und scheitern, wenn nicht die pflegenden Menschen im Vordergrund stehen. Denn sie sind es, die die Leistung erbringen. Was nützt es darüber nachzudenken, wie eine Reform aussieht, wenn am anderen Ende die Leistungserbringer nicht da sind, die diese umsetzen sollen? Deshalb brauchen wir einen nationalen Aktionsplan für die Pflegenden und eine Pflegekammer.“

Westerfellhaus betont: „Unsere Kolleginnen und Kollegen erwarten als erstes mehr Kolleginnen und Kollegen, um damit ihre Aufgaben sorgfältig durchführen zu können. Wir müssen weg von der derzeitigen Minutenpflege im Dauerlauf.“

Dabei bringe mehr Geld im System nur dann etwas, sagte Westerfellhaus beim 1. Deutschen Pflegetag, wenn zuerst die Rahmenbedingungen der Pflege geändert werden. Diese seien „ein ganz großes Problem“ für die Gewinnung und das Halten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für eine Verbesserung will er einen gemeinsamen Schulterschluss von Verbänden, Gewerkschaften und Kassen.

Zusätzliches Geld will der Präsident des Deutschen Pflegerates an das Personal anstatt in Werbung gebunden sehen. „Ich habe meine Zweifel, ob Hochglanzbroschüren zu einer guten Pflege beitragen“. Weiter sagte er: „Ich verstehe nicht, warum wir für eine Arbeitsleistung im technischen oder im Kfz-Bereich mehr Geld bereit zu zahlen sind, als für die Arbeit am Menschen. Wir haben einen attraktiven Beruf, der anständig bezahlt werden muss“.

Endlich Handeln sei auch beim Berufsgesetz Pflege angesagt, mahnt Westerfellhaus. „Wir brauchen ein Berufsgesetz Pflege, welches klare berufsrechtliche Aussagen beinhaltet, wer welche Aufgaben in der Pflege erbringen darf.“ Hier gelte es Ressourcen zu heben und langfristige Versorgungssicherheit herzustellen. „Wir überlassen die Weiterentwicklung des Pflegeberufes nie wieder anderen – die Expertise liegt bei uns.“

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