Pressemitteilung vom 20.10.2015

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Scheitern der Generalistik wäre eine Blamage für die Bundesregierung und ein Schaden für die Bürger

Für Unruhe sorgen aktuell Äußerungen des CDU-Bundestagsabgeordneten und Berichterstatters der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die Pflegepolitik, Erwin Rüddel, zur Reform der Pflegeausbildung mit dem Ziel einer generalistischen Ausbildung. „Sollte die im Koalitionsvertrag festgelegte Reform der Pflegeausbildung scheitern, wäre dies eine Blamage für die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag sowie ein Armutszeugnis zugleich“, mahnte Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerates, heute in Berlin.

Denn nicht die Unmöglichkeit einer generalistischen Ausbildung mit Schwerpunktbildung wäre für ein Scheitern verantwortlich, sondern der mangelnde politische Nachdruck bei der Vorbereitung der Reform und die überwiegende Bewertung der Sachfragen unter rein quantitativen Gesichtspunkten.

„Die unabdingbare Verbesserung der Qualität der Ausbildung und die dringend benötigte Weiterentwicklung der Pflegeberufe wäre damit zu den Akten gelegt. Damit würde die Bundesregierung vor allem den Bürgern schaden, die pflegerische Hilfe benötigen“ so Westerfellhaus weiter.

„Anstatt sich für bessere Ausbildungsbedingungen und attraktivere Arbeitsbedingungen einzusetzen, werden die Befürchtungen der Auswirkungen einer gemeinsamen Pflegeausbildung von einigen Einrichtungs- und Schulträgern einseitig und sachlich falsch überbewertet“, greift Westerfellhaus Kritik von Gegnern an der generalistischen Ausbildung auf.

Der Deutsche Pflegerat unterstützt mit all seinen Mitgliedsverbänden nach wie vor die Generalistik mit Schwerpunktbildung. Hinter dieser Forderung steht auch eine breite Allianz aus unterschiedlichsten Vertretern der Gesundheits- und Pflegeversorgung. Der Deutsche Pflegerat fordert die beiden federführenden Bundesministerien auf, endlich einen diskussionsfähigen Gesetzentwurf zur generalistischen Pflegeausbildung vorzulegen. Nur dann kann eine sachliche Diskussion zu konkreten Plänen beginnen.

„Sollte die Reform scheitern, wären die Hauptleidtragenden die zukünftigen Patient/innen und Bewohner/innen und der Pflegeberuf, dem die Zukunft genommen wird. Deutschland hätte sich damit endgültig von internationalen Entwicklungen abgekoppelt“, sagte Westerfellhaus abschließend.

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